Einstmals durchlief der Mensch im Zyklus seines Lebens verschiedenste biologische Krisen und soziale Übergänge: Geburt, Adoleszenz, Heirat, Initiationen, Tod. In beinahe allen Kulturen werden diese kritischen Übergänge rituell begleitet und die durch diese Brüche frei werdende psycho-soziale Energie kanalisiert. Betrachten wir uns diese Rituale genauer, dann lassen sich oft drei unterschiedliche Phasen erkennen: die Abtrennung vom Alten, eine Angliederung an das Neue und eine sich dazwischen ausdehnende Schwellenphase.
Zwischen der Abtrennungs- und Wiederangliederungsphase – die rituell mit Symbolen des Todes bzw. der (Wieder-)Auferstehung repräsentiert werden, wie bei der Ganzkörpertaufe und der Priesterweihe heute noch auch in unseren Breiten gut zu beobachten ist – liegt also eine Schwellenphasen: Ein liminaler Bereich zwischen dem Alten und dem Neuen.
Die Phase der Liminalität zeichnet sich auch symbolisch in einem „Da-Zwischen“ aus: Die Adepten müssen sich ihrer biologischen und sozialen Marker soweit wie nur irgend möglich entledigen, wodurch sie sozial unsichtbar werden – symbolisch nackt und geschlechtslos sind sie damit für die übrige Gesellschaft unmarkiert und folglich sozialen Restriktionen weitestgehend entnommen. Die Adepten werden dadurch auf eine amorphe Rohmasse zurückgeführt, um sie für den bevorstehenden Lebensabschnitt wesentlich transformieren zu können.
Diese wesentlichen Transformationen in Übergangsritualen werden meist von religiösen Spezialisten der jeweiligen Kultur professionell begleitet, welche die Adepten einmal körperlichen und seelischen Strapazen aussetzen und weiter mit den heiligen Geheimnissen der entsprechenden Kultur in Kontakt bringen. Diese Communication of sacra bewirkt letztlich erst in der Vorstellungswelt der Adepten die Transformation in einen neuen biologischen bzw. sozialen Status.
Aufgrund der Nivellierung biologischer und sozialer Unterschiede während der liminalen Phase, die in manchen Fällen viele Monate andauern kann, sowie den gemeinsam durchlittenen Exerzitien, entsteht oft eine enge Bindung. Diese Communitas zwischen den Adepten, vermag ein ganzes Leben lang zu halten.
Der Ethnologe Victor Turner beschreibt diese Phase der Liminalität auch als Anti-Struktur, womit er nicht zum Ausdruck bringen möchte, dass die Struktur der Liminalität eine bloß entgegen gesetzte Fotonegativstruktur sei. Nein, sondern dass diese Phase, aufgrund der reduzierten bio-sozialen Marker und der dadurch bewirkten temporären Freisetzung des Individuums aus mancherlei sozialen Zwänge, eine Phase enormer Handlungs- und Ausdrucksmöglichkeiten sowie Innovationspotentiale ist.
(Turner 2009; 1989)
Diese Übergangsrituale mit differenzierter und elaborierter Schwellenphasen finden sich verstärkt in wenig arbeitsteilig organisierten Gruppen. Doch die Segmentierung von immer mehr Wissen führt entlang arbeitsteiliger Prozesse zu einer immer rollenspezifischeren Ausdifferenzierung und damit zu immer mehr institutionellen Bereichen. So verlor Religion nach und nach im Verlaufe dieses Prozesses ihre Deutungshoheit über die Welt, den Menschen sowie deren Bedeutung und Beziehung zu einander. Denn in einem institutionell hoch differenzierten Kontext kann sie auf dem umkämpften Feld der Sinnangebote weder ein strukturell zusammenhängendes noch ein inhaltlich allgemein verbindliches Modell einer außeralltäglichen Wirklichkeit durchsetzen.
Die Sozialform der Religion verlagerte sich in der Folge von der Institution ins Private, was das Individuum – derart weitgehend freigesetzt aus institutionellen Engführungen – in den Stand versetzte, seine Sinnangebote frei wählen zu können; ja, regelrecht dazu gezwungen wurde dies zu tun. In dieser prekären Situation mit einer verminderten professionell religiösen Begleitung durch die verschiedenen Lebensphasen und dem Wegbrechen der Communitas in einer fluider werden Gesellschaft, wurde das Individuum zum selbstverantwortlichen Manager seines eigenen Heils.
(Luckmann 1991)
Diese Freiheit pervertierte sich jedoch in durch den Neoliberalismus ökonomisch dominierten Gesellschaften, der dem Individuum den Imperativ der ewigen Selbstoptimierung auferlegt hat und damit auch den Zwang der ewigen Transformation:
"[D]ass man [jetzt sogar] den Körper, auf der Suche nach einem anderen Selbst, wie Rohmaterial für das Schnitzmesser behandelt, das ist relativ neu und gründet vor allem auf den neoliberalen Vorstellungen von Selbstverbesserung."
(Philip Mirowski in: FAS 37/13/51)
Durch die hohe Differenzierung und Pluralität und die damit einhergehende Minderung an Communitas und religiöser Kanalisierung, stellt die Moderne den Rahmen bereit, innerhalb dessen uns die Freiheit und der Neoliberalismus sowohl die strukturelle Möglichkeit geschaffen als auch den Zwang zur ewigen Transformation auferlegt haben: "Better Your Best!"
(ASICS-Werbung)
Es gibt keine distinkten Entwicklungsstadien mehr, sondern nur noch eine ewige Schwellenphase in der Anti-Struktur, der potenten Möglichkeitsstruktur – ein endloser Gebärmutterhals, der uns, ohne dass wir je gewesen sind, immer nur werdend optimierend ins Grab gebiert.
(Von der Angst vor dem Nichts)
Über den Menschen und seine (Anti-)Kultur: nullum magnum ingenium sine mixtura dementiae fuit
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24. September 2013
11. April 2013
Vom Kunstwerk als anti-systemischer Kraft
Systeme sind weniger Komplex als ihre Umwelt, von der sie sich abgrenzen. Dadurch wirken sie komplexitätsreduzierend: das Maß an Kontingenz wird reduziert auf einen für den Menschen fassbaren Grad, sodass ein System orientierend wirkt und dem Menschen eine Richtung geben kann. Dies gelingt, indem ein System Deutungsmuster bereitstellt, mittels dessen sich der Mensch seine Alltagswelt erklärbar machen kann. Das System Religion vollbringt dies auf seine, das System Wissenschaft wie das der Kunst auf je andere Art und Weise. (Luhmann 2009)
Die Kunst, um die es uns hier geht, ist nicht das System „Kunst“, bestehend aus den Kommunikationen der Künstlerinnen, Kunsthändlerinnen, Museumskuratorinnen, Kunsthochschullehrerinnen, kunstinteressierten Laien usw. usf., sondern es geht uns um das Wirken der Kunst: das Kunstwerk.
Selbstredend kann ein Kunstwerk viele Funktionen haben und ich gehe nicht von einem Wesen der Kunst oder eines Kunstwerkes aus. Doch eine deutliche Häufung – jedenfalls was die Funktionen anbelangt – liegt wie folgt: Das Kunstwerk soll durch Irritation Fragen aufwerfen, ohne Antworten vorweg zu nehmen. (FAS 5/13)
Das Kunstwerk aus dieser Perspektive ist eine Bruchstelle im Kontinuum der Alltagswelt, die auf eigentümliche Weise unverständlich ist und uns aus dem konstanten Strom direkter, konkreter Erfahrung herausreißt. Sie reißt uns heraus, da plötzlich das Deutungssystem unserer Alltagswelt als Erklärungsmodell versagt. Wir können auf einmal nicht mehr unser routinemäßiges Rezeptwissen des Alltags, das wir automatisiert verwenden, anwenden, um diesen Bruch zu verstehen. Unsere Sprache hält dann nicht – oder nicht sofort – die passenden sprachlichen Vorfabrikationen bereit, um die subjektive Bruchstellenerfahrung zu objektivieren und somit Konsistenz mit der Alltagswelt herzustellen. (Berger/Luckmann 2007:44ff.)
Das Kunstwerk als Bruchstelle birgt folglich die Potenz der Irritation und trägt somit das Samenkorn der Reflexion, weil es Fragen aufwirft und zum Nachdenken zwingt, da alte Deutungsmuster nicht mehr zur Erklärung herangezogen werden können. Und weiter fordert das Kunstwerk zum Umdenken auf, weil es keine Antworten vorwegnimmt.
Wenn also Systeme durch Kontingenzreduktion orientierend wirken, dann hat das Kunstwerk eine dezidiert anti-systemische Kraft, einen anti-systemischen Mechanismus, der Kontingenz erhöht, weil er den Menschen kurzfristig desorientiert, da gängige Deutungsmuster in Zweifel gezogen und die semantischen Bezugsregeln rekonfiguriert werden müssen.
Die Rekonfiguration von Zeichen- und Deutungssystemen sind Ausdruck gesellschaftlichen Wandels und stehen oft zu Beginn weiterer kultureller Entwicklungen. Damit ist der anti-systemische Mechanismus des Kunstwerks ein wesentliches Moment individueller wie gesamtgesellschaftlicher Reflexion und Innovation.
Daher erfüllen Künstlerinnen eine gesellschaftlich unermessliche Aufgabe. Und es muss unser erklärtes Ziel sein, den Kunstnachwuchs zu fördern und Künstlerinnen zu unterstützen sowie Freiräume zu ihrer kreativen Entfaltung bereit zu stellen.
Die Kunst, um die es uns hier geht, ist nicht das System „Kunst“, bestehend aus den Kommunikationen der Künstlerinnen, Kunsthändlerinnen, Museumskuratorinnen, Kunsthochschullehrerinnen, kunstinteressierten Laien usw. usf., sondern es geht uns um das Wirken der Kunst: das Kunstwerk.
Selbstredend kann ein Kunstwerk viele Funktionen haben und ich gehe nicht von einem Wesen der Kunst oder eines Kunstwerkes aus. Doch eine deutliche Häufung – jedenfalls was die Funktionen anbelangt – liegt wie folgt: Das Kunstwerk soll durch Irritation Fragen aufwerfen, ohne Antworten vorweg zu nehmen. (FAS 5/13)
Das Kunstwerk aus dieser Perspektive ist eine Bruchstelle im Kontinuum der Alltagswelt, die auf eigentümliche Weise unverständlich ist und uns aus dem konstanten Strom direkter, konkreter Erfahrung herausreißt. Sie reißt uns heraus, da plötzlich das Deutungssystem unserer Alltagswelt als Erklärungsmodell versagt. Wir können auf einmal nicht mehr unser routinemäßiges Rezeptwissen des Alltags, das wir automatisiert verwenden, anwenden, um diesen Bruch zu verstehen. Unsere Sprache hält dann nicht – oder nicht sofort – die passenden sprachlichen Vorfabrikationen bereit, um die subjektive Bruchstellenerfahrung zu objektivieren und somit Konsistenz mit der Alltagswelt herzustellen. (Berger/Luckmann 2007:44ff.)
Das Kunstwerk als Bruchstelle birgt folglich die Potenz der Irritation und trägt somit das Samenkorn der Reflexion, weil es Fragen aufwirft und zum Nachdenken zwingt, da alte Deutungsmuster nicht mehr zur Erklärung herangezogen werden können. Und weiter fordert das Kunstwerk zum Umdenken auf, weil es keine Antworten vorwegnimmt.
Wenn also Systeme durch Kontingenzreduktion orientierend wirken, dann hat das Kunstwerk eine dezidiert anti-systemische Kraft, einen anti-systemischen Mechanismus, der Kontingenz erhöht, weil er den Menschen kurzfristig desorientiert, da gängige Deutungsmuster in Zweifel gezogen und die semantischen Bezugsregeln rekonfiguriert werden müssen.
Die Rekonfiguration von Zeichen- und Deutungssystemen sind Ausdruck gesellschaftlichen Wandels und stehen oft zu Beginn weiterer kultureller Entwicklungen. Damit ist der anti-systemische Mechanismus des Kunstwerks ein wesentliches Moment individueller wie gesamtgesellschaftlicher Reflexion und Innovation.
Daher erfüllen Künstlerinnen eine gesellschaftlich unermessliche Aufgabe. Und es muss unser erklärtes Ziel sein, den Kunstnachwuchs zu fördern und Künstlerinnen zu unterstützen sowie Freiräume zu ihrer kreativen Entfaltung bereit zu stellen.
26. Dezember 2012
Von Spielräumen und Demokratie
Die Demokratie ist kein bloßes Instrumentarium zur Feststellung von Mehrheiten. Wenn sie das wäre, dann wären die ehemalige DDR, Kuba und Nordkorea die erfolgreichsten Demokratien auf unserem Erdball.
Aber Demokratie ist mehr. Hinter diesem Begriff steht ein umfassender Bildungsprozess – ein Urteils-, Haltungs- und Strukturbildungsprozess:
Demokratie meint einen Urteilsbildungsprozess in der Art, dass gegensätzliche Meinungen ausgehandelt werden können. Denn wirkliche Erkenntnis kann ohne eine Gegenmeinung, welche die eigene auf den Prüfstand stellt, nicht statt finden. Und erst in der Vermittlung von Dissens und Alterität kann eine Meinung politisch werden und eine „öffentliche Wahrheit“ widerspiegeln. (Bhabha 2000:35)
Demokratie beinhaltet einen Haltungsbildungsprozess, der die Bürger_innen zur prinzipiellen Offenheit für Vielfalt von Meinungen – vor allem von Minderheiten – und zur Toleranz für alternative Lebens- und Denkweisen bildet.
Demokratie ist ein Strukturbildungsprozess, der die Möglichkeiten und Räume schafft und unterhält, damit einmal demokratische Haltungen entwickelt und weiter diverse Meinung verhandelt werden können.
Demokratie misst sich also daran, in wie weit und wie eine möglichst große Vielfalt an Meinungen in eine urteilsbildende Beziehung zu einander treten können als auch nach ihrer Durchlässigkeit für Meinungen von der Peripherie her.
Aber wie schaffen wir Vielfalt und Durchlässigkeit? Durch Spielräume! Durch Spielräume sowohl für den einzelnen Menschen als auch für die Gesellschaft.
Der einzelne Mensch benötigt zur Formung einer Individualität Spielräume, um zwischen seiner, von der gesellschaftlichen Norm geleiteten Person einerseits und seinem wesentlichen Selbst andererseits ein ausgehandeltes Drittes entstehen lassen zu können: Individualität. Diese Räume sind beispielsweise Spielplätze, Jugendzentren, Sportvereine, Musikschulen, das Freie Soziale Jahr und das Studium.
„Individualität scheint etwas zu sein, daß man erringen muß – und ein Aspekt ihres Erringens ist (…) ‚eine Beurteilung des eigenen Seins in Bezug zu traditionellen oder alternativen Kategorien’.“ (Turner 2009:190)
In diesen Zwischenräumen kann sich der Mensch mit reduzierten sozialen Zwängen spielerisch und frei ausprobieren und neue Formen der Wahrnehmung, des Denkens und Handels entwickeln. Denn hier agiert er – beispielweise im Fußballspiel – mit veränderten Spielregeln (Fußballstatuten) und verminderter sozialer Markierung (uniformierte Mannschaft) in einem anderen gesellschaftlichen Feld (Sportverein).
Die Gesellschaft wiederum benötigt Spielräume, wie die Wissenschaft, die Kunst und das Theater, zur Reflektion und Vermittlung zwischen den realpolitischen Gegebenheiten und staatsutopischen Entwürfen, um ihren Kurs regulieren und korrigieren zu können. (Vom Theater als gesellschaftliche Notwendigkeit)
Spielräume sind die wenigen Felder der Freiheit. Sie formieren einen dritten Raum zwischen der faktischen Realität und den alternativen, ideellen Realitäten mit einer je eigenen, veränderten Struktur. Diese ist eine anti-Struktur, die nicht eine im fototechnischen Sinne negativ-Struktur meint, sondern die einer potentiellen und kontingenten Möglichkeitsstruktur.
Und genau dort – im Da-Zwischen – im Entertainment (entre tenir) / der Unterhaltung –, also zwischen den realen gesellschaftspolitischen Indikativen und den idealtypischen Konjunktiven, werden Möglichkeiten eröffnet, widerstreitende Ansichten derart zu verhandeln, dass in freier und kreativer Weise etwas Neues, Drittes, Einzigartiges entstehen kann. Etwas Neues, das weder das eine, noch das andere, sondern ein Drittes ist. (Bhabha 2000:326f.; Turner 1989:95-101, 106)
„Unterhaltung (…) ist von Freiheit durchflutet. Unterhaltung beinhaltet zutiefst die Macht des Spiels, und Spiel demokratisiert.“ (Turner 2009:192)
Letztendlich muss also die Demokratie selbst der Spielraum sein! Aber womöglich ist ja genau das der Grund dafür, dass wir in einer post-Demokratie leben – wie einige behaupten –, dass wir immer weniger Spielräume haben: die Schulzeit verkürzt, der Zivildienst abgeschafft, das Studium modularisiert, die Wissenschaft vermarktwirtschaftlicht. Darüber hinaus ist unsere Privatsphäre nicht nur durch soziale Netzwerke und Internetsuchmachinen auf dem Rückzug und in einem nicht unwesentlichen Moment wurden unsere persönlichen Freiheiten im Zuge der "'Anti'-Terror"-Gesetze eingeschränkt:
"Private Autonomie ist ein zentrales Element der bürgerlichen Gesellschaft. Ohne Trennung von Öffentlichem und Privatem ergibt der Begriff der Freiheit keinen Sinn, und ohne Freiheit ist Demokratie nicht denkbar." (H. Welzer; SZ, 103/13, V2/1)
Wollen wir eine altruistische Individualität, Vielfalt und eine Demokratie, die mehr ist als ein reines MehrheitsfeststellungsMONSTER? Dann gebt uns verdammtnochmal mehr Spielräume! Denn fehlende Vielfalt und fehlende Räume sowie die Freiheit diese Vielfalt zu formulieren und zu artikulieren gefährden unsere Demokratie!!
Aber Demokratie ist mehr. Hinter diesem Begriff steht ein umfassender Bildungsprozess – ein Urteils-, Haltungs- und Strukturbildungsprozess:
Demokratie meint einen Urteilsbildungsprozess in der Art, dass gegensätzliche Meinungen ausgehandelt werden können. Denn wirkliche Erkenntnis kann ohne eine Gegenmeinung, welche die eigene auf den Prüfstand stellt, nicht statt finden. Und erst in der Vermittlung von Dissens und Alterität kann eine Meinung politisch werden und eine „öffentliche Wahrheit“ widerspiegeln. (Bhabha 2000:35)
Demokratie beinhaltet einen Haltungsbildungsprozess, der die Bürger_innen zur prinzipiellen Offenheit für Vielfalt von Meinungen – vor allem von Minderheiten – und zur Toleranz für alternative Lebens- und Denkweisen bildet.
Demokratie ist ein Strukturbildungsprozess, der die Möglichkeiten und Räume schafft und unterhält, damit einmal demokratische Haltungen entwickelt und weiter diverse Meinung verhandelt werden können.
Demokratie misst sich also daran, in wie weit und wie eine möglichst große Vielfalt an Meinungen in eine urteilsbildende Beziehung zu einander treten können als auch nach ihrer Durchlässigkeit für Meinungen von der Peripherie her.
Aber wie schaffen wir Vielfalt und Durchlässigkeit? Durch Spielräume! Durch Spielräume sowohl für den einzelnen Menschen als auch für die Gesellschaft.
Der einzelne Mensch benötigt zur Formung einer Individualität Spielräume, um zwischen seiner, von der gesellschaftlichen Norm geleiteten Person einerseits und seinem wesentlichen Selbst andererseits ein ausgehandeltes Drittes entstehen lassen zu können: Individualität. Diese Räume sind beispielsweise Spielplätze, Jugendzentren, Sportvereine, Musikschulen, das Freie Soziale Jahr und das Studium.
„Individualität scheint etwas zu sein, daß man erringen muß – und ein Aspekt ihres Erringens ist (…) ‚eine Beurteilung des eigenen Seins in Bezug zu traditionellen oder alternativen Kategorien’.“ (Turner 2009:190)
In diesen Zwischenräumen kann sich der Mensch mit reduzierten sozialen Zwängen spielerisch und frei ausprobieren und neue Formen der Wahrnehmung, des Denkens und Handels entwickeln. Denn hier agiert er – beispielweise im Fußballspiel – mit veränderten Spielregeln (Fußballstatuten) und verminderter sozialer Markierung (uniformierte Mannschaft) in einem anderen gesellschaftlichen Feld (Sportverein).
Die Gesellschaft wiederum benötigt Spielräume, wie die Wissenschaft, die Kunst und das Theater, zur Reflektion und Vermittlung zwischen den realpolitischen Gegebenheiten und staatsutopischen Entwürfen, um ihren Kurs regulieren und korrigieren zu können. (Vom Theater als gesellschaftliche Notwendigkeit)
Spielräume sind die wenigen Felder der Freiheit. Sie formieren einen dritten Raum zwischen der faktischen Realität und den alternativen, ideellen Realitäten mit einer je eigenen, veränderten Struktur. Diese ist eine anti-Struktur, die nicht eine im fototechnischen Sinne negativ-Struktur meint, sondern die einer potentiellen und kontingenten Möglichkeitsstruktur.
Und genau dort – im Da-Zwischen – im Entertainment (entre tenir) / der Unterhaltung –, also zwischen den realen gesellschaftspolitischen Indikativen und den idealtypischen Konjunktiven, werden Möglichkeiten eröffnet, widerstreitende Ansichten derart zu verhandeln, dass in freier und kreativer Weise etwas Neues, Drittes, Einzigartiges entstehen kann. Etwas Neues, das weder das eine, noch das andere, sondern ein Drittes ist. (Bhabha 2000:326f.; Turner 1989:95-101, 106)
„Unterhaltung (…) ist von Freiheit durchflutet. Unterhaltung beinhaltet zutiefst die Macht des Spiels, und Spiel demokratisiert.“ (Turner 2009:192)
Letztendlich muss also die Demokratie selbst der Spielraum sein! Aber womöglich ist ja genau das der Grund dafür, dass wir in einer post-Demokratie leben – wie einige behaupten –, dass wir immer weniger Spielräume haben: die Schulzeit verkürzt, der Zivildienst abgeschafft, das Studium modularisiert, die Wissenschaft vermarktwirtschaftlicht. Darüber hinaus ist unsere Privatsphäre nicht nur durch soziale Netzwerke und Internetsuchmachinen auf dem Rückzug und in einem nicht unwesentlichen Moment wurden unsere persönlichen Freiheiten im Zuge der "'Anti'-Terror"-Gesetze eingeschränkt:
"Private Autonomie ist ein zentrales Element der bürgerlichen Gesellschaft. Ohne Trennung von Öffentlichem und Privatem ergibt der Begriff der Freiheit keinen Sinn, und ohne Freiheit ist Demokratie nicht denkbar." (H. Welzer; SZ, 103/13, V2/1)
Wollen wir eine altruistische Individualität, Vielfalt und eine Demokratie, die mehr ist als ein reines MehrheitsfeststellungsMONSTER? Dann gebt uns verdammtnochmal mehr Spielräume! Denn fehlende Vielfalt und fehlende Räume sowie die Freiheit diese Vielfalt zu formulieren und zu artikulieren gefährden unsere Demokratie!!
11. November 2012
Von der Notwendigkeit einer Satyre
Welch wundersame Vorstellung: mit einem Satireprogramm durch Deutschland und die deutschsprachigen Gebiete touren! Könnte es etwas Schöneres geben, als mit geistreichem Humor – gerne auch mal weniger geistreich – aufzuklären? Missstände anprangend, den Zeigefinger hebend, das Auge zwinkernd… und die Welt vor dem Abgrund bewahrend!?!
Doch, mit der Weltrettung ist das ja – wie wir Helden wissen – immer so eine Sache; da wollen nicht immer alle so mit machen. Und man selbst… puhh, das ist auf Dauer selbstredend auch anstrengend.
Außerdem, wer kommt denn schon in die Kabaretthäuser – da lassen sich ja höchstens offene Türen einrennen. Zudem ist das Publikum recht arriviert, lacht sich nur den latenten Frust von der Seele – in der Pause wird das im Halse stecken gebliebene Lachen mit teurer Brause gelöst – und therapeutisch entlastet gehen wir alle wieder folgsam zur Arbeit. Die NiedriglohnarbeiterInnen sieht man selten im Kabarett, weil diese weder die Zeit noch das Geld haben, die überhöhten Eintrittspreise zu bezahlen. Und mal ehrlich: Man ist ja gerne unter sich, nicht wahr?
Tatsächlich erschien und erscheint mir das Kabarett dennoch als lustvoller Gegenentwurf, ja: Traum, zu meinem wissenschaftlichen Treiben. Doch: Allem Anschein nach ist die Satire eine konservative Gattung – und ich als Linker, ich geh doch nicht mit einer Spießerin ins Bett!! Also, nur im übertragenen Sinne – ansonsten natürlich jeder Zeit! Wie gesagt, für die Weltrettung, da tue ich so einiges.
Aber was macht das Konservative der Satire aus? Nun, womöglich liegt es daran, dass die Satire als Bezugsrahmen für ihren Spott und Hohn und ihre Kritik, die Werte und Normen des normativen Kosmos der konventionellen Sozialstruktur hat. Somit wirkt die Satire als Spiegelbild und bestätigt auf inverse Art das bestehende System – und macht es durch ihre, den Frust lösende Art auch noch erträglich. (Turner 2009:62, 82)
Hmm…, dann bleibt wohl alles beim Alten. Die Welt bleibt ungerettet – nach Pollesch ist sie (bzw. die Menschen) ja schon gut genug! Ich träume weiter von einem biographischen Gegenentwurf. Einige Privilegierte entlasten sich lachend – ich mitten drin! – und die NiedriglohnarbeiterInnen gehen weiter zur Arbeit – die brauchen keine Satire, damit ihnen das Lachen im Halse stecken bleibt.
Naja, Welt nicht gerettet, so doch wenigstens bestätigt! Für einen Sonntag ist das auch schon einmal was. Oder findet sich doch eine Möglichkeit das Konservative der Satire abzustreifen?
Vielleicht den Satyrn zum Sinnbild nehmend? Dieses groteske Wesen – Glatze, PferdeOhren, TierExtremitäten, RiesenPenis –, das als Anhänger des Dionysos’ in den Mythen und im Satyrspiel durch seine extrem übersteigerte Darstellung symbolisch kodifiziert den Gegenpol zu den Werten der Polisbürger verkörpert.
So kann womöglich aus einer spiegelbildlichen Bestätigung des normativen Bezugrahmens ein Zerrspiegel werden, der die Form bricht und den Rahmen S P R E N G T!
Eine Gattung, die Uns aus den Übereinkünften des Alltäglichen mit übermenschlicher WUCHT herausreißt und zu neuen Gedankenspielen zwingt, weil alles kopfsteht. Und die durch den Bruch notwendiger Weise auftretende emotionale Färbung verstärkt dieses Erlebnis und bekräftigt die neu gewonnen Vorstellungen – eine wahrlich bizarre Satyre!
Doch, mit der Weltrettung ist das ja – wie wir Helden wissen – immer so eine Sache; da wollen nicht immer alle so mit machen. Und man selbst… puhh, das ist auf Dauer selbstredend auch anstrengend.
Außerdem, wer kommt denn schon in die Kabaretthäuser – da lassen sich ja höchstens offene Türen einrennen. Zudem ist das Publikum recht arriviert, lacht sich nur den latenten Frust von der Seele – in der Pause wird das im Halse stecken gebliebene Lachen mit teurer Brause gelöst – und therapeutisch entlastet gehen wir alle wieder folgsam zur Arbeit. Die NiedriglohnarbeiterInnen sieht man selten im Kabarett, weil diese weder die Zeit noch das Geld haben, die überhöhten Eintrittspreise zu bezahlen. Und mal ehrlich: Man ist ja gerne unter sich, nicht wahr?
Tatsächlich erschien und erscheint mir das Kabarett dennoch als lustvoller Gegenentwurf, ja: Traum, zu meinem wissenschaftlichen Treiben. Doch: Allem Anschein nach ist die Satire eine konservative Gattung – und ich als Linker, ich geh doch nicht mit einer Spießerin ins Bett!! Also, nur im übertragenen Sinne – ansonsten natürlich jeder Zeit! Wie gesagt, für die Weltrettung, da tue ich so einiges.
Aber was macht das Konservative der Satire aus? Nun, womöglich liegt es daran, dass die Satire als Bezugsrahmen für ihren Spott und Hohn und ihre Kritik, die Werte und Normen des normativen Kosmos der konventionellen Sozialstruktur hat. Somit wirkt die Satire als Spiegelbild und bestätigt auf inverse Art das bestehende System – und macht es durch ihre, den Frust lösende Art auch noch erträglich. (Turner 2009:62, 82)
Hmm…, dann bleibt wohl alles beim Alten. Die Welt bleibt ungerettet – nach Pollesch ist sie (bzw. die Menschen) ja schon gut genug! Ich träume weiter von einem biographischen Gegenentwurf. Einige Privilegierte entlasten sich lachend – ich mitten drin! – und die NiedriglohnarbeiterInnen gehen weiter zur Arbeit – die brauchen keine Satire, damit ihnen das Lachen im Halse stecken bleibt.
Naja, Welt nicht gerettet, so doch wenigstens bestätigt! Für einen Sonntag ist das auch schon einmal was. Oder findet sich doch eine Möglichkeit das Konservative der Satire abzustreifen?
Vielleicht den Satyrn zum Sinnbild nehmend? Dieses groteske Wesen – Glatze, PferdeOhren, TierExtremitäten, RiesenPenis –, das als Anhänger des Dionysos’ in den Mythen und im Satyrspiel durch seine extrem übersteigerte Darstellung symbolisch kodifiziert den Gegenpol zu den Werten der Polisbürger verkörpert.
So kann womöglich aus einer spiegelbildlichen Bestätigung des normativen Bezugrahmens ein Zerrspiegel werden, der die Form bricht und den Rahmen S P R E N G T!
Eine Gattung, die Uns aus den Übereinkünften des Alltäglichen mit übermenschlicher WUCHT herausreißt und zu neuen Gedankenspielen zwingt, weil alles kopfsteht. Und die durch den Bruch notwendiger Weise auftretende emotionale Färbung verstärkt dieses Erlebnis und bekräftigt die neu gewonnen Vorstellungen – eine wahrlich bizarre Satyre!
29. Oktober 2012
Vom Theater als gesellschaftliche Notwendigkeit
Soziale Dramen ereignen sich spontan. Ihnen voraus geht die öffentlich gewordene Verletzung einer Regel:
Ist eine Regel erst gebrochen, dann setzen sozial legitimierte Regelhüter wie Staatsanwälte, Divinatoren, Sportfunktionäre odervieleweiteremehr Mechanismen in Gang, um den status quo ante wieder herzustellen. Je nach Gesellschaft und vorhandenen beziehungsweise präferierten Institutionen spielen sich die sozialen Dramen dann als Gerichtsverhandlung, Divination, Sportwettkampf, Politveranstaltung oderähnliches ab und offenbaren "'subkutane' Ebenen der Sozialstruktur". (Turner 2009:13)
Diese sozialen Dramen sind cultural performances – Bewältigungsstrategien für soziopolitische Krisensituationen –, die je eigene Ziele verfolgen: Der Gerichtsverhandlung geht es um die Feststellung von Un-/schuld, der Divination um die Minimierung von Kontingenz, dem Sportwettkampf um die Feststellung von Siegern und Verlieren undsoweiter.
Allen gemeinsam ist ihnen jedoch, dass den Feststellungen eine je spezifische Phase der Liminalität voraus geht; das heißt: eine Schwellenphase – außerhalb der normalen Zeit und des alltäglichen Raums –, in der das soziale Drama aufgeführt wird.
Die Phase der Liminalität weist sich dadurch aus, dass in ihr die Initianden von keinerlei sozialen, politischen, juridischen, oderähnlichen Markern gekennzeichnet sind: nackt und geschlechtslos sind sie sozial unsichtbar. Über diese schwache Markierung schafft die liminale Phase ein soziopolitisches Vakuum, das keinen, jedenfalls nicht mehr den herkömmlichen, Normen unterworfen ist. Dadurch ermöglicht sie den Initianden neue Kombinationen kulturell bereits vorhandene Elemente experimentell zu erproben oder gar ganz neue Formen des kulturellen Ausdrucks zu finden:
Es ist eine nicht alltägliche Raumzeit purer Potentialität, die Kreativität und Innovation ermöglicht und fördert!
Am deutlichsten finden sich diese Merkmale der liminalen Phase bei religiösen Ritualen – besonders bei den sogenannten Übergangsritualen wie Hochzeit, Pubertätsrituale, Initiation in geschlossene Zirkel undähnlichemehr. (Dazu und nachfolgend Turner 2009)
Das Theater – höchst wahrscheinlich aus Ritualen entstanden, als eine Dramatisierung juristische und ritueller Prozesse – ist eine weitere Form der cultural performance, die ebenfalls eine liminale Phase formiert. Jedoch strebt das Theater, im Gegensatz zu allen anderen cultural performances als Institution, kein Ziel an. Es ist sich ein Selbstzweck, ungeachtet der Intentionen von Drehbuchschreibern und Regisseuren.
(Vom Kunstwerk als anti-systemischer Kraft)
Hier können diverse Rollen von den ZuschauerInnen frei ausagiert werden, ohne irreversible zu sein, wie bei Übergangsritualen der Statuswechsel beispielsweise vom Junggesellen zum Ehemann. Darüber hinaus werden in dieser liminalen Situation des Theaters spielerisch neue Formen des Ausdrucks der Kritik, Reflexion und Selbstvergewisserung gefunden.
(Von den Transzendenzen der Kunst)
Damit ist das Theater einer der wesentlichsten Einrichtungen einer Gemeinschaft sowohl als Korrektiv privater, öffentlicher und politischer Haltungen und Vorstellungen als auch zur individuellen wie kollektiven Identitätsbildung.
Wir sind, was wir sind und werden, was wir sein können nur dank des Theaters!!
Ist eine Regel erst gebrochen, dann setzen sozial legitimierte Regelhüter wie Staatsanwälte, Divinatoren, Sportfunktionäre odervieleweiteremehr Mechanismen in Gang, um den status quo ante wieder herzustellen. Je nach Gesellschaft und vorhandenen beziehungsweise präferierten Institutionen spielen sich die sozialen Dramen dann als Gerichtsverhandlung, Divination, Sportwettkampf, Politveranstaltung oderähnliches ab und offenbaren "'subkutane' Ebenen der Sozialstruktur". (Turner 2009:13)
Diese sozialen Dramen sind cultural performances – Bewältigungsstrategien für soziopolitische Krisensituationen –, die je eigene Ziele verfolgen: Der Gerichtsverhandlung geht es um die Feststellung von Un-/schuld, der Divination um die Minimierung von Kontingenz, dem Sportwettkampf um die Feststellung von Siegern und Verlieren undsoweiter.
Allen gemeinsam ist ihnen jedoch, dass den Feststellungen eine je spezifische Phase der Liminalität voraus geht; das heißt: eine Schwellenphase – außerhalb der normalen Zeit und des alltäglichen Raums –, in der das soziale Drama aufgeführt wird.
Die Phase der Liminalität weist sich dadurch aus, dass in ihr die Initianden von keinerlei sozialen, politischen, juridischen, oderähnlichen Markern gekennzeichnet sind: nackt und geschlechtslos sind sie sozial unsichtbar. Über diese schwache Markierung schafft die liminale Phase ein soziopolitisches Vakuum, das keinen, jedenfalls nicht mehr den herkömmlichen, Normen unterworfen ist. Dadurch ermöglicht sie den Initianden neue Kombinationen kulturell bereits vorhandene Elemente experimentell zu erproben oder gar ganz neue Formen des kulturellen Ausdrucks zu finden:
Es ist eine nicht alltägliche Raumzeit purer Potentialität, die Kreativität und Innovation ermöglicht und fördert!
Am deutlichsten finden sich diese Merkmale der liminalen Phase bei religiösen Ritualen – besonders bei den sogenannten Übergangsritualen wie Hochzeit, Pubertätsrituale, Initiation in geschlossene Zirkel undähnlichemehr. (Dazu und nachfolgend Turner 2009)
Das Theater – höchst wahrscheinlich aus Ritualen entstanden, als eine Dramatisierung juristische und ritueller Prozesse – ist eine weitere Form der cultural performance, die ebenfalls eine liminale Phase formiert. Jedoch strebt das Theater, im Gegensatz zu allen anderen cultural performances als Institution, kein Ziel an. Es ist sich ein Selbstzweck, ungeachtet der Intentionen von Drehbuchschreibern und Regisseuren.
(Vom Kunstwerk als anti-systemischer Kraft)
Hier können diverse Rollen von den ZuschauerInnen frei ausagiert werden, ohne irreversible zu sein, wie bei Übergangsritualen der Statuswechsel beispielsweise vom Junggesellen zum Ehemann. Darüber hinaus werden in dieser liminalen Situation des Theaters spielerisch neue Formen des Ausdrucks der Kritik, Reflexion und Selbstvergewisserung gefunden.
(Von den Transzendenzen der Kunst)
Damit ist das Theater einer der wesentlichsten Einrichtungen einer Gemeinschaft sowohl als Korrektiv privater, öffentlicher und politischer Haltungen und Vorstellungen als auch zur individuellen wie kollektiven Identitätsbildung.
Wir sind, was wir sind und werden, was wir sein können nur dank des Theaters!!
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