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Frauen aus allen Teilen des Landes strömen in Scharen nach Pashupatinath, dem ehrwürdigsten Shiva-Heiligtum Nepals. Heute ist der 21. August 2001: Tij – Frauenfestival. Pashupatinath, die Schutzgottheit Nepals: „Meister und Herr aller Tiere“. Dorthin, zu einem Wallfahrtsort des gesamten indischen Subkontinents, zieht es sie: ein nicht enden wollender Strom rotgekleideter Frauen – kilometerlang – soweit das Auge zu blicken vermag. Die Farben sind intensiv und einprägsam: Der Kontrast des satten Rot der Saris im kräftigen Grün der umgebenden Vegetation und der moosbehangenen Tempel. Alle sind sie gekommen, um im goldgedeckten Pagodentempel vor das Angesicht Shivas und Parvatis zu treten. Aus ihren Gesichtern spricht angespannte religiöse Erwartung; Hoffnung auf den bevorstehenden Akt göttlicher Audienz, oder besser: Visualität! Langsam, Schritt für Schritt bloß, geht es voran. Kaum merklich. Aber doch. Der Himmel ist wieder azurblau und die Sonne brennt auf die Häupter der Pilgerinnen hernieder. Jede Bewegung und selbst das Verharren ist eine Qual in der schwülen Hitze der ausgehenden Regenzeit. Strapazen sind es – endlose –, welche die fastende Pilgerschar über sich ergehen lässt. Vereinzelt Zusammenbrüche... ausruhen – einreihen – nicht aufgeben. Irgendwann... Dort! Der Korridor aus Bambusstreben, der die Gläubigen geordnet zum Heiligtum führen soll. Die Anspannung steigt; nur noch wenige hundert Meter. Später... die Dauer eines Menschenlebens: Der befriedende Blick auf die Bagmati, den heiligen Fluss. Das Ausbrechen aus dem Geburtenkreislauf, versprochen durch ein Bad an dieser Stelle... eine Hauch Erlösung; doch weiter. Entlang der Bagmati – endlich – fällt der Blick auf das ersehnte Ziel. Die Qualen treten in den Hintergrund. Das Ende der Reise; beinahe. Nur noch wenige Stufen hinauf in den Vorhof: Jeder Schritt eine Unendlichkeit: eine Stufe..., noch eine..., die nächste... Nicht mehr die Pilgerin drängt vorwärts, sondern Shiva selbst, der Angelpunkt dieser Reise, zieht sie zu sich… magisch! Wenige Meter bloß. Ist es wirklich wahr? Der Blick: er hofft, wünscht, fokussiert... Das Betreten des Tempels. Verwirrende Dunkelheit. Besinnung... DARSHAN!!! Der heilbringende Blick des Göttlichen. Erlösung! Entlohnung…Weitergehen, fallenlassen, freuen, tanzen, spielen... Unendliche Freude!!!
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